Der Waldweihnachtsbaum
Beim Spaziergang mit meinem Hund im Königsforst entdeckten wir ihn – den Tannenbaum.
Eigentlich war es Sammy, der ihn fand.
Er stand nicht am Wegesrand, sondern verborgen,
leicht abseits des Pfades, dort,
wo der Waldboden weich wird und
das Moos in hellem und dunklem Grün leuchtet
und kleine Sprosse von Fichten wachsen –
ungeachtet der Tatsache,
dass sie es nicht bis zum Baum schaffen werden.
Solche Orte ziehen Sammy und mich magisch an.
Das satte Grün erzählt von einer stillen, unerschütterlichen
Lebendigkeit – zu jeder Jahreszeit.
Die Erde ist bedeckt von einem Teppich der Zuversicht.
Die Weichheit des Bodens erzählt von Leichtigkeit, von Sanftheit und Nachgiebigkeit.
Ich fühle mich getragen, ganz sanft und selbstverständlich.
An diesen Orten spüre ich eine Kraft, die mich hält,
egal wie unruhig es um mich herum ist.
Und genau an einem solchen Ort steht er: der Waldweihnachtsbaum.
Eine junge Fichte, geschmückt mit Kugeln, Engeln und anderen kleinen Kostbarkeiten –
Weihnachten mitten im Wald.
Ich stelle mir die Menschen vor, die diesen Ort liebevoll schmücken.
Die den Bäumen, Sträuchern und dem Moos,
den Wildschweinen, Rehen und Vögeln ein Fest bereiten –
und auch jenen Menschen, die zufällig hierher finden.
Ich kehre immer wieder zurück zu diesem Platz.
In mir breitet sich stille Freude und ein tiefer Frieden aus.
Ich spüre das Mysterium des Weihnachtsfestes:
Das Göttliche nimmt Raum in der Welt
still, zart und klein und doch mit großer Kraft und Freude.
Carmen Schmitt
