29. Juni 1923 – an diesem Tag erblickte Henny Franks das Licht der Welt, damals als Henriette Grünbaum. Am 29. Juni 2026 feierte sie ihren 103. Geburtstag – in London in dem Haus, das sie vor vielen Jahre mit ihrem Mann erworben hat. Heute lebt ihre Tochter bei ihr. Das Schulreferat hat Henny über viele Jahre nach Köln eingeladen und sie hat von ihrer Lebensgeschichte vielen Schüler:innen erzählt. Zuletzt war sie 2019 in Köln – doch ein „kölsches Mädchen“ ist sie immer noch. Mit den Kindertransporten der Jawne/ Köln gelangte sie als jüdisches Mädchen ins sichere England.

Henny wurde 1923 als ältestes Kind von Jakob und Helene Grünbaum in Köln geboren. Mit ihrer Schwester Grete, ihrem Bruder und den Großeltern lebte sie am Thürmchenswall in der Kölner Innenstadt.
Henny besuchte die Städtische Israelitische Volksschule Lützowstraße in Köln und wollte anschließend eine Ausbildung auf einer Schule für Textiles Gestalten machen. Da sie als Jüdin nicht aufgenommen wurde, begann sie eine Lehre als Schneiderin.
Im Februar 1939 gelangte Henny Grünbaum zusammen mit ihrer jüngeren Schwester in einem Kindertransport nach England. Ihre Mutter hatte durch Kontakte zu Dr. Erich Klibansky, dem Direktor des jüdischen Gymnasiums Jawne, erreicht, dass die beiden mit einem Jawne-Kindertransport ausreisen konnten. In London wurde Henny von der Familie ihres Onkel aufgenommen. Einige Jahre arbeitete sie als Schneiderin. Mit 19 Jahren wurde sie zur Britischen Armee eingezogen und als Fahrerin eingesetzt.
Während ihre jüngeren Geschwister ebenfalls in England den Krieg überleben konnten, flohen die Eltern von Henny Franks mit Kriegsausbruch zunächst nach Belgien, später nach Südfrankreich. Ihr Vater Jakob Grünbaum wurde in Südfrankreich verhaftet, nach Sobibor deportiert und ermordet.
Henny Franks bekam mit ihrem Ehemann einen Sohn und eine Tochter. Inzwischen ist sie dreifache Großmutter. Sie lebt bis heute (2026) in London. Seit wir sie im Rahmen des Kindertransport-Projekts kennengelernt haben, besuchte sie regelmäßig Köln und erzählte Kindern und Jugendlichen aus ihrem Leben.
Aus: https://www.kindertransporte-nrw.eu/franks/franks_bio_1.html
Beim WDR gibt es einen Podcast über Henny: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/neugier-genuegt/feature-holocaust-ueberlebende-gedenken-london-100.html
In den kommenden Sommerferien ist ein weiterer Besuch – allerdings nicht in Köln, sondern bei Henny in London – geplant! Wer mehr von Henny und ihrer Geschichte erfahren möchte – im Schulreferat gibt es einen Biografie-Koffer zu ihrer Lebensgeschichte. Kontakt: Rainer Lemaire, 0221 – 3382 279, rainer.lemaire@ekir.de
