In einer Zeit des zunehmenden Antisemitismus stellen sich Schulreferat und Referat für Berufskollegs aktiv gegen jegliche Form von Antisemitismus. – Unsere Geschichte als Kirche und als Gesellschaft ist tief von judenfeindlichen Haltungen und Handlungen geprägt. Über viele Jahrhunderte war diese Feindschaft im kirchlichen Denken, Reden und Tun wirksam und hat unermessliches Leid über Jüd:innen gebracht. Spät haben wir begonnen, zu begreifen wie sehr dies unserem christlichen Glauben von Grund auf widerspricht. Die antijüdischen Prägungen unserer Tradition wirken trotzdem im eigenen Denken weiter. Als Gemeinde und als Einzelne wollen wir alles tun, um ihnen da, wo wir sie wahrnehmen, entgegenzutreten.
In diesem Sinn formulieren wir die folgende Selbstverpflichtung als Hilfe, unser Bewusstsein zu schärfen, unserem Handeln Ausdruck zu verleihen und als Einladung, darüber im Gespräch zu bleiben. Wir freuen uns über alle, die mit uns diese Schritte auf dem Weg der Umkehr und Erneuerung gehen möchten.
- Wir zeigen uns solidarisch mit jüdischen Gemeinden und nehmen ihre Sorgen ernst, weil Antisemitismus eine reale Bedrohung für Jüd:innen ist.
- Wir nehmen antisemitische Aussage nicht stillschweigen hin.
- Wir stehen in Kontakt mit den Kölner jüdischen Gemeinden, wir unterstützen die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.
- Wir kennen und bekennen die jüdischen Wurzeln des Christentums, wir kennen und bekennen die christlichen Wurzeln des Antisemitismus.
- Wir schärfen unsere Wahrnehmung für antisemitische Stereotype, die uns in Gottesdiensten und im Gemeindeleben begegnen. Wir reflektieren, welche Stereotype wir selbst in unserem Bild von Gott unserer Gemeinde und unseren Mitmenschen eintragen.
- Wir zeigen keine Toleranz gegenüber Positionen, die das Existenzrecht Israels angreifen.
- Antisemitismus ist für nicht christlich.
- Wir setzen uns kritisch mit antijüdischen Bildern, Kunst und Musik in der Gemeinde auseinander.1
- Wir setzen uns kritisch mit der Geschichte unserer Gemeinde im Nationalsozialismus auseinander und tragen in Fortbildungen und Gedenkstunden aktiv zur Auseinandersetzung und zum Gedenken bei.
Hier der Aufruf/ das Schreiben der Landeskirche und die Kirchengemeinden und Schulreferate – Download.
